Kursdetails

Themenrundgänge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

Kursgebühr:

4,00 €

Anmeldung an der Infotheke des Besucherzentrums bis spätestens 13:45 Uhr.

Die Themenführungen sind ein Angebot der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Anmeldung: an der Infotheke des Besucherzentrums bis spätestens 13:45 Uhr
Treffpunkt: sofern nicht anders angegeben Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau, Pater-Roth-Str. 2a, 85221 Dachau

02.03.24: Die Dachauer Prozesse
Referentin: Esther Lindenlauf, Volontärin der Wissenschaftlichen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau
Die 461 Prozesse gegen NS-Täter/-innen, die 1945-48 überwiegend auf dem Gelände des ehemaligen KZ Dachau verhandelt wurden, stehen bis heute im Schatten der Nürnberger Prozesse. Im Fokus des Rundgangs stehen Fragen zum ersten Dachauer Prozess zu Verbrechen, die im KZ Dachau begangen wurden: Wer wurde angeklagt? Welche Beweismittel wurden herangezogen? Wer waren Verteidiger und Angeklagte und auf welchen juristischen Grundlagen beruhten die Prozesse? Ein Teil des Rundgangs widmet sich der aktuellen Sonderausstellung „Dachauer Prozesse“.

09.03.24: Frauen im KZ Dachau
Referentin: Emma Alborghetti, Rundgangsreferentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Das Schicksal der weiblichen Häftlinge im KZ Dachau ist ein oft nur wenig berücksichtigter Aspekt der Geschichte des Lagers. Zwar waren im Stammlager vor allem Männer inhaftiert, doch in einigen Außenlagern befanden sich weibliche KZ-Häftlinge.
Der Rundgang gibt – unter Berücksichtigung von Einzelbiografien – einen Überblick über das NS-Frauenbild und die Situation von Frauen in Konzentrations- und Vernichtungslagern. Dabei kommen auch weniger bekannte Aspekte zur Sprache – etwa die Errichtung eines Häftlingsbordells im KZ Dachau.

23.03.24: Schwarze Häftlinge im Konzentrationslager Dachau – Herkunft, Biografie und Haftgründe
Referent: Thomas Wagner, Rundgangsreferent an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Der Begriff Schwarz wird oft als Selbstbezeichnung von Menschen afrikanischer und afro-diasporischer Herkunft, Menschen mit dunkler Hautfarbe und People of Colo(ur)r gewählt. Im Rundgang wird anhand ausgewählter Biografien der Frage nachgegangen warum Schwarze Menschen in das KZ Dachau verschleppt wurden und wie ihre Situation während des Nationalsozialismus generell und in Konzentrationslagern im Speziellen ausgesehen hat. Sie wurden im KZ nicht als eigene Kategorie erfasst, waren dem Rassismus der SS jedoch schonungslos ausgesetzt.

13.04.24: Der KZ-Außenlagerkomplex Allach-BMW
Referent: Albert Knoll, Leiter der Stabsstelle der KZ-Gedenkstätte Dachau
Treffpunkt: Gedenktafel in der Granatstraße, München-Ludwigsfeld (auf Google Maps markiert als „Gedenkstätte des Konzentrationslagers Allach-Karlsfeld“)
Mit über 10.000 Häftlingen war der Außenlagerkomplex Allach-BMW bei München das drittgrößte Außenlager des KZ Dachau. Ab 1943 arbeiteten bis zu 1.900 KZ-Häftlinge pro Schicht in der Fertigung bei Rüstungsprojekten von BMW. Vor allem jüdische Häftlinge des OT-Lagers Karlsfeld mussten ab 1944 unter lebensbedrohlichen und oft tödlichen Bedingungen in den Baukommandos für die „BMW-Bunkerhalle“ arbeiten.
Die Geschichte dieses Außenlagerkomplexes erlangte dank bürgerschaftlichem Engagement in den vergangenen Jahren stärkere öffentliche Aufmerksamkeit.

27.04.24: Spanische Häftlinge im KZ Dachau
Referentin: Patricia Prieto-Soto, Mitarbeiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau
Etwa 700 Häftlinge spanischer Herkunft waren im KZ Dachau inhaftiert. Die meisten von diesen überwiegend männlichen politischen Häftlingen wurden 1939 durch die Niederlage der Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg ins Exil gedrängt und kamen ab 1944 aus französischen Internierungslagern und Gefängnissen Vichys nach Dachau.
Der Rundgang befasst sich mit ihren Erfahrungen, ihren Solidaritäts- und Überlebensstrategien und ihren Beziehungen zu anderen Häftlingsgruppen. Eingegangen wird auch auf die Situation der Häftlinge nach der Befreiung des KZ.

04.05.24: Die Befreiung des KZ Dachau
Referentin: Dr. Kerstin Schwenke, Leiterin der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau
Die letzten Wochen vor der Befreiung des KZ Dachau durch amerikanische Soldaten am 29. April 1945 waren von ankommenden und abgehenden Transporten, steigenden Todeszahlen sowie zunehmend chaotischen Zuständen geprägt.
Der Themenrundgang geht auf die viel diskutierte Frage nach den Erschießungen von SS-Männern durch US-Soldaten, die Organisation des befreiten Lagers durch die amerikanischen Truppen und das Internationale Häftlingskomitee sowie den Ablauf der Repatriierungen der befreiten Menschen und ihr Weiterleben ein.

19.05.24: Historische Gegenstände und Objekte in der Dauerausstellung der Gedenkstätte
Referent: Maximilian Lütgens, Mitarbeiter der Bildungsabteilung der KZ-Gedenkstätte Dachau
Der Rundgang am Internationalen Museumstag widmet sich den in der Dauerausstellung der Gedenkstätte ausgestellten Objekten. Neben historischen Gegenständen aus der Lagerzeit – so etwa einer Schubkarre oder einer Häftlingsuniform –, gibt es auch Objekte – wie das 2014 gestohlene Lagertor –, die für die Geschichte der Gedenkstätte bedeutend sind. Hinzu kommen Zeichnungen, in denen Überlebende das Erlebte verarbeitet haben.
Im Rundgang wird der Geschichte einiger spannender Objekte aus Ausstellung und Sammlung nachgegangen.

01.06.24: Der „Kräutergarten“
Referent: Davida Düring, Rundgangsreferentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Treffpunkt: Bushaltestelle „Kräutergarten“, Buslinie 744.
Angrenzend an das Lagergelände befand sich ein von der SS als „Kräutergarten“, von den Gefangenen als „Plantage“ bezeichnetes Außenkommando. Der Rundgang geht darauf ein, unter welchen Bedingungen Häftlinge dort Zwangsarbeit leisten mussten und wie sich der Alltag an den verschiedenen Arbeitsplätzen gestaltete.
Dabei wird auch aufgezeigt, welche Kontakte es zur Bevölkerung gab. Thema ist auch die Zeit nach 1945: Wie wurde das Gelände nach Kriegsende genutzt? Wie ist die Situation heute und wie könnte sich das Gelände entwickeln?

22.06.24: Gedenkort ehemaliger SS-Schießplatz Hebertshausen
Referent: Michael Haas, Rundgangsreferent der KZ-Gedenkstätte Dachau
Treffpunkt: Parkplatz Gedenkstätte ehemaliger SS-Schießplatz Hebertshausen
Auf dem SS-Schießplatz Hebertshausen bei Dachau wurden zwischen 1941 und 1942 über 4.000 sowjetische Kriegsgefangene durch die Lager-SS ermordet. Seit Mai 2014 informiert eine Freiluftausstellung unter Einbeziehung von Opfer-Biografien über die historischen Hintergründe des Verbrechens und geht auf die Rolle der Täter und das Wissen der Bevölkerung ein. Die Namen der Opfer werden, soweit sie bekannt sind, in der Installation „Ort der Namen“ festgehalten.
Der Rundgang behandelt die historischen Ereignisse und den Umgang mit dem Ort nach 1945.

29.06.24: Fußball im KZ Dachau
Referent: Klaus Schultz, ehemaliger Diakon an der Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau und Andreas Wittner, langjähriger Archivar des FC Bayern München
Die gedankliche Verknüpfung von Fußball und dem System von Terror und Mord in einem KZ ist im ersten Moment nur sehr schwer möglich. Allerdings wurden schon 1933 Fußballspiele im KZ Dachau für propagandistische Zwecke missbraucht. In den letzten drei Kriegsjahren hat die SS dann versucht durch Fußballspiele die Arbeitsmotivation der Gefangenen zu fördern. Trotz Fußballspielen waren die Gefangenen aber stets dem Terror im Lager ausgesetzt. Im Rundgang werden auch ausgewählte Biografien bekannter Gefangener aus dem Bereich Fußball vorgestellt.

13.07.24: Ungarische Häftlinge im KZ Dachau
Referent: Dr. Dirk Riedel, Mitarbeiter des NS-Dokumentationszentrums München
Noch im März 1944 besetzte die Wehrmacht das mit dem Deutschen Reich verbündete Ungarn. Von dort verschleppte die SS allein in das Lagernetz des KZ Dachau über 21.000 Menschen. Meist handelte es sich um jüdische Gefangene, die in die Außenlager bei Kaufering und Mühldorf deportiert wurden. Aber auch politisch Verfolgte und Roma waren unter den ungarischen Häftlingen.
Der Rundgang schildert die Verhaftungen und stellt einzelne Häftlingsbiografien vor. Auch die ungarischen Frauen, Kinder und Jugendlichen in Dachauer Haft werden thematisiert.

03.08.24: Sinti und Roma im KZ Dachau
Referent: Michael Liwerski, Rundgangsreferent an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Ab 1938 wurden Sinti und Roma in größerer Zahl in das KZ Dachau verschleppt. Hier standen sie in der Hierarchie der Häftlingsgesellschaft oft weit unten und wurden beispielsweise besonders harten Arbeitskommandos zugeteilt. Der Rundgang beleuchtet insbesondere das Schicksal von zwei großen Transporten, die am 24./25. Juni 1938 und am 28. Juni 1939 im KZ Dachau ankamen.
Anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Porajmos wird anhand von zahlreichen biografischen Beispielen die Geschichte einer lange vergessenen Opfergruppe erzählt.

31.08.24: Der Todeszug aus Compiegne
Referentin: Sibylle Reinicke, Rundgangsreferentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Während der letzten Kriegsjahre kamen mehrere Züge mit Gefangenen im KZ Dachau an. Einige dieser Transporte haben als „Todeszüge“ traurige Bekanntheit erlangt. Thema dieses Rundgangs ist ein Transport, der am 2. Juli 1944 in Compiegne/Frankreich startete, und drei Tage später in Dachau eintraf. Von den 2541 Männern, die in Frankreich in den Zug gepfercht wurden, waren bei der Ankunft in Dachau 984 tot.
Der Rundgang befasst sich mit den Gründen für die hohe Todesrate und stellt einige Opferbiografien anhand von Berichten vor.

14.09.24: Polnische Gefangene im Dachau
Referentin: Katharina Kastner-Puschl, Rundgangsreferentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Bereits kurz nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 fanden die ersten Deportationen von Polen in das KZ Dachau statt. Im Verlauf der nächsten Jahre wurden sie mit nahezu 41.000 Personen zur größten nationalen Häftlingsgruppe des Lagers.
Auch der Großteil der inhaftierten Geistlichen in Dachau stammte aus Polen und war besonderen Schikanen ausgesetzt. Der Rundgang setzt sich näher mit den Gründen ihrer Inhaftierung und den Lebensbedingungen der polnischen Häftlinge auseinander.

21.09.24: Das Außenlager Kaufering VII
Referentin: Nina Kiel, Rundgangsreferentin an der KZ-Gedenkstätte Dachau
Treffpunkt: Europäische Holocaustgedenkstätte, Erpftinger Straße, Landsberg am Lech
Ab Juni 1944 entstand der KZ-Lagerkomplex »Kaufering« mit elf Außenlagern des KZ Dachau. Unter Ausbeutung der Arbeitskraft von überwiegend jüdischen Häftlingen sollten hier drei halbunterirdische Bunker zur deutschen Flugzeugproduktion entstehen. Die Sterblichkeitsrate war aufgrund der katastrophalen Versorgungs- und Hygienebedingungen sowie der völlig unzureichenden Unterbringung in Tonröhrengebäuden und Erdhütten besonders hoch.
Der Rundgang gibt einen Überblick über die Lagergeschichte und thematisiert auch die Nachkriegsgeschichte.

Kursnr. 24-1300
Beginn

samstags von 14:00 – 16:00 Uhr. Der Rundgang am Internationalen Museumstag findet am Sonntag, 19.05. statt.

Kursort

Zu diesem Kurs sind keine Orte verfügbar.